Literatur des Mittelalters

Katharina GEDIGK

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Kommentare zu den Lehrveranstaltungen 2020-2021:

Herbstsemester 2020:

32D0249.pdf

Frühlingssemester 2021:

 32D0258.pdf

Lebenslauf:

CV Katharina Gedigk (April 2021).pdf

Publikationsliste:

Publikationsliste Katharina Gedigk (April 2021).pdf

 

Dissertation:

"Sehen und Erkennen. Exemplarische Spiegel als Medium der Erkenntnis in höfischen Romanen des 12. bis 14. Jahrhunderts"

Erstbetreuender:          Prof. Dr. René Wetzel

Zweitbetreuender:       Prof. Dr. Hartmut Bleumer

Präsidentin der Jury:    Prof. Dr. Yasmina Foehr-Janssens


Abstract:

Das Projekt stellt den Spiegel als Vorstellungsbild in den Fokus und wie es sich in erzählenden Texten des Mittelalters manifestiert. Dabei fragt es nach der Funktion, die der Spiegel in Form einer Metapher oder als Analogie im Text und über diesen hinaus erfüllt, sodass auch die Rezeption berücksichtigt wird. Das ausgewählte Textcorpus besteht aus exemplarischen höfischen Romanen des Untersuchungszeitraums – Hartmanns von Aue Erec, Rudolfs von Ems Willehalm von Orlens und Johanns von Würzburg dem Wilhelm von Österreich als späterem Vertreter der Textsorte.

Um das Vorstellungsbild in seiner Wirkmacht zu erfassen, zeichnet das Projekt die historische Kategorie ‚spiegel‘ nach, sodass ausgehend vom materiellen Objekt Eigenschaften, Benutzungszusammenhänge sowie Erwartungshaltungen deutlich werden, die eine Verwendung als Metapher oder Analogie bedingen. Der eigene Blick und der Blick der Anderen spielt dabei eine wichtige Rolle und zeigt, wie sehr der Untersuchungszeitraum der Visualität verpflichtet ist. Außerdem wird ersichtlich, dass mit dem Spiegel und Spiegelungen nicht nur das Sehen, sondern auch das Erkennen verknüpft ist. Besonderes Augenmerk liegt in den Werken auf den Figuren und ihren Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozessen, die zum Teil den Rezipienten in einer Art ‚Als-Ob‘-Handeln vorbilden, wie sie selbst agieren sollen. So wird ein didaktischer Anspruch vermittelt, der sich mithilfe der Sichtbarmachung von Spiegelungsphänomenen in den Texten greifen lässt. In wie weit damit das Buch selbst als ‚Spiegel‘ verstanden werden kann, will das Projekt prüfen.

Zum Zug kommen dabei klassische literaturwissenschaftliche Methoden wie Hermeneutik und close-reading, die mit kulturwissenschaftlichen Herangehensweisen aus der kognitiven Metaphorologie, Sozial- und Kulturgeschichte, Epistemologie und Begriffsgeschichte kombiniert werden. Durch dieses Zusammenspiel soll es ermöglicht werden, Rückschlüsse auf die Wissensvermittlung in mittelalterlichen Erzähltexten zu ziehen und durch die Betrachtung des Spiegels als universell analogisierbarem Vorstellungsbild einen Beitrag zur Erforschung der Denkprozesse des mittelalterlichen Menschen und somit zur Kulturgeschichte zu leisten.

 


Literatur des Mittelalters