Kontroverse Diskurse. Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990

Projektbeschreibung

Die internationale Forschungsgruppe „Kontroverse Diskurse“, gefördert von der DFG und vom SNF, untersucht die wichtigsten gesellschaftlichen Diskurse in Deutschland und der Deutschschweiz – von 1990 bis heute. Das Ziel: verstehen, wie sich diese öffentlichen Diskussionen und ihre Sprache entwickelt haben, gemeinsam neue digitale Analysemethoden dafür entwickeln und das öffentliche Verständnis dieser Diskurse vertiefen. Die Forschungsgruppe umfasst insgesamt fünf Teilprojekte, die in Deutschland und in der Schweiz umgesetzt werden.

Im Mittelpunkt des vom SNF finanzierten Teilprojekts 1 (UNIGE/UZH) stehen Diskurse, deren Themen in den letzten Jahrzehnten fast permanent für Schlagzeilen gesorgt haben: soziale Teilhabe und Solidarität, Diversität und Gleichberechtigung. Während die erste Projektphase (2022–2026) vor allem den Diskursen rund um Solidarität und Teilhabe gilt, richtet sich der Blick in der zweiten Phase (2026–2030) in erster Linie auf Diversität und Gleichberechtigung. Eine umfassende Geschichte dieser Diskurse – sowohl in Deutschland als auch in der Deutschschweiz – gibt es bislang nicht.

Das Forschungsteam stellt sich u. a. folgende Fragen: Wie gestalten sich die gewählten Diskurse in Deutschland und in der Deutschschweiz? Welche verbindenden Elemente zwischen ihnen lassen sich ausmachen, welche Unterschiede entdecken? Wie wandeln sie sich? Welche innovativen Analysemethoden lassen sich zur Untersuchung all dessen einsetzen? 

Überprüft werden sollen die folgenden beiden Hypothesen: Diskurse um soziale Teilhabe und Solidarität sowie Diversität und Gleichberechtigung sind – trotz aller Unterschiede – mehrheitlich Auseinandersetzungen um den Zugang zu wichtigen Ressourcen der individuellen Lebensgestaltung. Grossen Teilen dieser Diskurse liegen ähnliche Werte und Annahmen zugrunde, die sich allerdings im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert haben und die nicht unumstritten sind.

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