RAMAL

VORSTELLUNGEN, EINSTELLUNGEN UND MOTIVATIONEN BEIM SPRACHENLERNEN

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DAS PROJEKT IN KÜRZE

Das Projekt RAMAL untersucht die Vorstellungen, Einstellungen und Motivationen der Mitarbeitenden der Schweizer Bundesverwaltung in Bezug auf institutionelle Mehrsprachigkeit. Es soll Aufschluss darüber geben, wie verschiedene Aspekte der Sprachenvielfalt in ihrem Arbeitsumfeld erlebt werden, z.B. die Verwendung der Amtssprachen der Schweiz für verschiedene Zwecke, der gelegentlicher Gebrauch anderer Fremdsprachen oder Dialekte, sowie Wünsche und Absichten hinsichtlich der Weiterentwicklung von Sprachkompetenzen.

Das zweijährige Projekt RAMAL (2025–2027) wird vom Wissenschaftlichen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit (KFM) der Universität Freiburg finanziert. Es wird von einem Forschungsteam durchgeführt, das dem Observatoire Économie-Langues-Formation (ÉLF) der Universität Genf angegliedert ist.

RAMAL verfolgt drei Hauptziele:

  1. Dokumentation und Analyse der Vorstellungen und Einstellungen hinsichtlich Sprachen innerhalb der Verwaltung unter Berücksichtigung des institutionellen, soziologischen und beruflichen Kontexts
  2. Empirische Untersuchung der Auswirkungen dieser Vorstellungen und Einstellungen auf die Sprachpraxis, die Kommunikationsentscheidungen und die Dynamik der Zusammenarbeit zwischen Kollegen in einer mehrsprachigen Verwaltung
  3. Besseres Verständnis der individuellen und organisatorischen Mechanismen, die den Sprachgebrauch in der Verwaltungsarbeit prägen, auf der Grundlage von Daten aus einer repräsentativen Stichprobe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

GRUNDSÄTZE

RAMAL basiert auf der Idee, dass die formalen Regeln für Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung zwar Einfluss haben, aber nicht der einzige Aspekt sind, um die gesamte Bandbreite der tatsächlichen Sprachpraktiken innerhalb der Verwaltung zu erklären. Das Sprachverhalten wird stark von weniger sichtbaren Faktoren beeinflusst wie Einstellungen, Motivationen, symbolischen Vorstellungen und Wahrnehmungen von Fairness oder Kompetenz. Das Projekt steht in einem Kontext, in dem die öffentlichen Verwaltungen mit einer zunehmenden Bedeutung der (internen und externen) Kommunikation, einer Diversifizierung der Berufsprofile sowie neuen Erwartungen in Bezug auf sprachliche Gerechtigkeit konfrontiert sind. Diese Komplexität erfordert eine detailliertere Untersuchung der Faktoren, die den Sprachgebrauch im Arbeitsalltag strukturieren.

RAMAL verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und nutzt dazu die Analyse der öffentlichen Politik, die Soziolinguistik, die Sprachökonomie und die Sozialpsychologie, um die Verhaltens- und institutionellen Dynamiken aufzudecken, die die Mehrsprachigkeit in der Verwaltung prägen.

METHODIK

Das Projekt basiert auf einer statistischen Erhebung unter einer repräsentativen Stichprobe von Mitarbeitenden der Bundesverwaltung. Auf diese Weise können detaillierte Daten zu folgenden Themen erhoben werden:

  • die Sprachpraxis im Berufsleben
  • Vorstellungen und Einstellungen zum Sprachgebrauch am Arbeitsplatz
  • die Motivationen für das Erlernen und den Gebrauch von Sprachen
  • die Wahrnehmung von Fairness, Effizienz und Integration in einem mehrsprachigen institutionellen Umfeld

BERICHTE, VERÖFFENTLICHUNGEN UND PRÄSENTATIONEN

Das Projekt wird in verschiedenen Publikationen und Präsentationen dokumentiert:

  • in einem in vier Sprachen verfassten Forschungsbericht mit den Analysen und Ergebnissen der Umfrage;
  • in einem Buch, das einen Überblick über die innerhalb der Verwaltung erhobenen Vorstellungen, Einstellungen und Motivationen gibt;
  • durch weitere Aktivitäten zur Veröffentlichung der Ergebnisse, wie Präsentationen auf Kolloquien und Konferenzen, wissenschaftliche Artikel und Mitteilungen für ein breiteres Publikum.

Alle Veröffentlichungen werden nach ihrem Erscheinen frei zugänglich sein.